Gay-Thread

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liv
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Beitrag von liv » Mo 21 Jun, 2004 2:07 pm

Ich hol den Thread jetzt mal aus der Versenkung...

Hab gestern abend zufällig auf MTV VH1 Totally Gay gesehen und fand die Sendung eigentlich ganz witzig. Amber wurde übrigens auch interviewt.
Als ich dann heute ein wenig recherchiert habe ist mir die halb-kritische halb-positive Review von Afterellen.Com in die Finger gekommen.
Im Prinzip muss ich dem Autor des Artikels recht geben... obwohl das VH1 Special ziemlich unterhaltsam war, hat es in Punkto Informationen & Aufklärung recht wenig gebracht. Ich bezweifle allerdings das dies die Intention war.

Hier der Artikel.
http://www.afterellen.com/TV/totallygay.html

Soweit ich weiss wird das Special nächste Woche wiederholt und ich werde kucken ob ich es vielleicht codiert bekomme.

Was mich jetzt mal interessieren würde ist, wie ihr als Gays über solche Shows denkt. Würdet ihr es bevorzugen, wenn eine Thematik wie diese lieber gar nicht erst behandelt wird als in solch einem oberflächlichen knallbunten Pop-Larifari-Stil? Fühlt ihr euch durch solche Sendungen repräsentiert oder eher veralbert? Und was denkt ihr braucht es um eine ernsthafte Reportage zusammen zu stellen. Oder findet ihr dass euer Leben als Gays tatsächlich genauso flowery bunt und happy ist, wie es in Reportagen oder Sendungen im TV momentan dargestellt wird? Seht ihr die Tatu-Medienverarsche tatsächlich als Erfolg für die Schwulen- und Lesbenbewegung an (so hat es Melissa Etheridge in dem Beitrag erklärt) oder findet ihr es eher peinlich solch einen pädophilen Kleinemädchen-Fummel-Stempel aufgedrückt zu bekommen?
Und was haltet ihr von Shows wie z.B. "Queer as Folk" die ja als ach so revolutionär und fortgeschritten dargestellt werden, aber im Prinzip doch nur wieder mit den üblichen Klischees und der Sensations- und Sexgeilheit der Zuschauer arbeiten? (Alle Schwulen nehmen Drogen, wollen keine festen Beziehungen und lassen sich im Hinterzimmer der Disko regelmässig anonym einen blasen).
(Der QaF Teil des VH1 Beitrags war meiner Meinung nach übrigens ziemlich treffend *G*)

Ich hab hier in diesem Posting jetzt einiges absichtlich überspitzt formuliert und es ist sicherlich nicht immer meine Meinung, die da reflektiert ist... ich will nur versuchen die Diskussion dadurch ein wenig anzuheizen. ;)
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Beitrag von liv » Mo 21 Jun, 2004 2:09 pm

*sichtbarmach*
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Manü
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Beitrag von Manü » Mo 21 Jun, 2004 3:14 pm

ich hab das special gestern auch gesehn, und fand es eigentlich gut. also ich wurde dabei unterhalten. klar, der intelektuelle und aufklärende gehalt war relativ gering, aber es bezog sich ja auch hauptsächlich auf schauspieler/serien/sänger, überhaupt gayness in den medien. der einzige etwas dokumentarische teil war in den letzten 5 minuten, das mit den schwulen die umgebracht, bzw. schwer verletzt wurden.
genauso wie die autorin von der afterellen kritik, fand ichs sehr schade dass der hauptfokus auf schwulen lag, und lesben ziemlich deutlich an zweiter stelle kamen, anstatt eine 50/50- reportage zu machen. hätte man allerdings alles eingebracht, was afterellen sich wünscht (steht ja alles im ersten drittel der kritik), dann wäre es genau umgekehrt gewesen und man hätte fast nur die lesbischen schwerpunkte in der stunde unterbringen können. eine erwähnung von "the L word" neben "Queer as Folk" hat mir auch gefehlt, allerdings nehm ich einfach an dass die reportage schon älter ist, ich hab sie nämlich vor längerer zeit (anfang winter glaub ich) schonmal gesehn, da allerdings nur das ende.
auch nicht gefallen hat mir, dass so viel zeit an tatu -ich sag mal verschwendet- wurde. klar, einersteits ists ne tolle sache dass sowas heutzutage funktioniert. dass zwei "lesbische" (sorry für die anführungszeichen, aber meiner meinung nach sind die nie lesbisch :-D ) teenager mädchen so beliebt werden, dadurch dass sie das in der öffentlichkeit zeigen, anstatt diskriminiert zu werden wie es vielleicht vor ein paar jahren noch passiert wäre. allerdings muss ich sagen stinkt das ganze doch zu arg nach vermarktung und eben dem von liv so genannten "pädophilen Kleinemädchen-Fummel-Stempel". denn lesben vermarkten sich sicher unglaublich gut bei teenage-jungs. außerdem hat das ganze ja einen gewissen "schocking"-effekt, was auch immer funktioniert in den medien.
naja, den platz hätte man jedenfalls meiner meinung nach sinnvoller nutzen können. zum beispiel mit tara&willow. :-D
"veralbernd" fand ich die reportage überhaupt nicht,allerdings genausowenig repräsentierend (doch. von der dicken hässlichen kampflesbe. :ugly: schmarrn.). ich finde den meisten zuschauern war doch von anfang an klar, dass das nicht spiegel-tv-mäßige reportage, sondern eher ne stunde leichte unterhaltung über gays in den medien war. bzw. wie sich gerade dieses vorkommen auf heteros auswirkt (schade dass auch hier - obwohl es totally gay heisst - soviel schwerpunkt draufgelegt wurde.). alles in allem kann ich unter diesen satz:
But such a critical analysis of the special is only relevant if you believe that its primary function is to educate, when in reality, VH1's only goal is to entertain--and here, Totally Gay mostly succeeds.
nur ein #2 setzen.
Würdet ihr es bevorzugen, wenn eine Thematik wie diese lieber gar nicht erst behandelt wird als in solch einem oberflächlichen knallbunten Pop-Larifari-Stil?
nein. so eine einstellung könnte ich auch nicht nachvollziehen. schwul und lesbisch zu sein ist schließlich keine Last und besteht nur aus problemen und schlechten seiten. warum kein poppiger stil? solang nicht in diesem stil von vergewaltigten lesben oder verprügelten schwulen etc. erzählt wird... (die letzten 5 minuten wurden hier ja auch ernsthafter gestaltet).
schön fand ich es übrigens noch, dass der begriff "Hasbian" erklärt wurde, da musste ich voll lachen, weil ich den begriff auch erst aus L word kannte, und sich die alte lady darüber so kaputtgelacht hat.
um eine ernsthafte reportage zusammenzustellen bräuchte man natürlich erstmal noch mehr solcher fakten und worteklärungen. außerdem müssten beide seiten der medaille beleuchtet werden, was hier definitv nicht der fall war. z.b. wurde der erste nachmittags-lesben-kuss bei all my children gezeigt, allderdings nicht die vergewaltigung storyline die dann folge (das mit der vergewaltigung wusste ich auch nicht, hab ich jetzt aus der afterellen kritik). eben sowas müsste man unbedingt weiterführen statt an der oberfläche zu bleiben. dann hätte man meiner meinung nach eine *richtige* reportage über gays in medien.
Und was haltet ihr von Shows wie z.B. "Queer as Folk" die ja als ach so revolutionär und fortgeschritten dargestellt werden, aber im Prinzip doch nur wieder mit den üblichen Klischees und der Sensations- und Sexgeilheit der Zuschauer arbeiten?
ich hab queer as folk (leider) nie gesehn, aber das was ich so gehört habe lässt sich doch im weitesten sinne mit l word vergleichen (allerings wird dort das typische klischee der kampflesbe zum glück nicht sehr unterstützt :-D) . klar solche serien ziehen heteros unheimlich an, weil es einfach eine andre welt ist, und die frauen drauf stehn bei m/m sex zuzuschaun. :-D genauso wie männer bekannterweise auf lesbensex stehen, und damit arbeitet auch l word ziemlich stark im pilot (der sexanteil wurde allerdings nach dem pilot auf fast null runtergeschraubt). allerdings bin ich froh dass es solche serien gibt. denn auch wenn es *noch* ziemlich mit der sensationsgeilheit der straight-zuschauer arbeiten mag, spricht es doch ebenso gays an. ich bin einfach der meinung dass solche shows ein ziemlich großer schritt zur gleichberechtigung von gays mit heteros sind (auch wenn es bis dahin noch ein weeeiter weg ist, dessen ziel vielleicht nie ganz erreicht werden wird). vielleicht wirds durch sowas irgendwann als ganz normal angesehn, und die nächste schwulen-soap wird nicht mehr deshalb diskuttiert weil schwule drin vorkommen, sondern wegen ihrer plots. falls ihr wisst was ich meine.

so. das war mal meine meinung zu dem ganzen.
insgesamt bin ich also der meinung, dass auf diesem niveau, das von anfang an klar festeht, die reportage doch recht gut gemacht hat. tiefgang hab ich da nie erwartet, und einige interessante fakten warn auch dabei.

ende der geschichte. :-D

edit: danke liv fürs rauskramen des threads, der ist ja voll in vergessenheit geraten, dabei ist er so interessant. hehe.
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Beitrag von Darkstar » Mo 21 Jun, 2004 7:06 pm

So, dann hab ich das Special also wieder einmal verpasst. *kotz*
Wenn das mit dem codieren klappt, liv, wäre ich dir als Amber-Xtreme-Fan echt dankbar :-)))

Da ich die Reportage ja (noch) nicht gesehen hab, kann ich ehrlich gesagt nicht allzu viel dazu sagen.
Prinzipiell schließe ich mich aber Manüs Meinung an (wenn ich dich denn richtig verstanden hab), dass ich lieber ne knallbunte Reportage habe als gar keine. Jedenfalls wenn sie doch ein Fünckchen ernst bereit hält.
Dass Gayness momentan fast schon ein bisschen in Mode geraten ist, macht es für viele Schwulen und Lesben leichter - auch und vor allem für die Coming Outler, vermute ich mal.
Wenn ich in Würzburg in der Gaydisco unterwegs bin, dann bin ich manchmal schon echt erstaunt, mit welcher Selbstverständlichkeit da so n paar junge Hüpfer offensiv rangehen.
Versteht mich nicht falsch, auch ich hatte schon das Glück, dass die Gesellschaft offen war, als ich mich vor (oh Gott, so lange ist das schon her!?) sieben bzw. acht Jahren geoutet hab. Aber trotzdem war es damals noch nicht *so* leicht. Schwulsein war noch nicht in Mode, aber es wurde darüber gesprochen und der Trend kam so langsam ins Rollen.
Dazu haben m.E. vor allem Soaps, Filme und auch bekennende Stars eine Rolle gespielt.

Einen interessanten Satz habe ich außerdem heute gelesen, den offenbar ein amerikanischer Politiker vor ein paar Jahren vom Stapel gelassen hat (hört-hört!):
"Erst wenn Schwule und Lesben die gleichen Rechte haben wie Heterosexuelle, kann es zur wahren Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau kommen."
Ich hab den Satz noch nicht akribisch auseinandergelegt, aber interessant ist er schon...

Zurück zu den Shows. Dass ich Reportagen gut finde, hab ich schon erwähnt. Ernsthaft wäre natürlich auch noch schön.
Allerdings glaub ich, dass zum Beispiel eine Serie wie Buffy mit der Darstellung von Willow und Tara mehr Pioniersarbeit leistet als zum Beispiel so eine Reportage.
Kaum zu glauben, aber wahr: Mir hat damals die Verbotene Liebe geholfen, meine Ansicht zum Schwulsein positiv zu verbessern :-)

QAF ist natürlich sehr progressiv.
Und ich weiß auch nicht, da gebe ich liv recht, ob diese Show Toleranz schafft oder eher Vorurteile schürt unter den Heteros.
Es ist irgendwie eine Art verschärfte Version von "Sex and the City"
Trotzdem bin ich bekennender QAF-Gucker und mag die Serie eigentlich ganz gern. Ich denke, die Serie ist mehr eine Serie für Schwule als über Schwule. Im Prinzip ist sie überspitzt dargestellt, obwohl natürlich in jedem Klischee auch Wahrheit steckt.
Und, traurig (?) aber wahr, die Brian Kinneys gibt es auch im wahren Leben.
Immerhin läuft ja QAF soweit ich informiert bin im PayTV in Amerika.

Nutzlos sind diese Sachen alles in allem nicht, wenn ich bedenke, dass bei mir erst vor kurzem eine Beziehung in die Brüche gegangen ist, weil mein Ex leider nicht zu seinem Schwulsein stehen konnte oder wollte und es bevorzugt, eine Art Doppelleben zu führen.
Auf dem Kaff ist es nochmal etwas anderes als in der Großstadt, denke ich...

Und mit noch einem gebe ich Manü recht:
Die Lesben haben es fast noch schwerer als Schwule. Über die sieht man ja ach so gefließentlich hinweg.
Da müsste auch noch mehr geschehen.

Danke jedenfalls für's Heraussuchen des Threads, liv!

Und, eine kleine Frage, die nix mit der Diskussion zu tun hat:
- Wer von euch geht denn wo auf CSD? Vielleicht läuft man sich ja glatt über den Weg irgendwo *g*.
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Beitrag von Diamond » Mo 21 Jun, 2004 7:22 pm

Ich hab die Reportage vor ein paar Monaten mal gesehen, aber leider nur die letzten 15 min, von daher würde ich mich freuen, falls jemand weiß wann und ob sie überhaupt wiederholt wird.

Zum Thema allgemein kann ich nur sagen, das ich auch nichts dagegen habe wenn das Thema etwas leichter angepackt und dargestellt wird. Denn lesbisch zu sein ist zwar nicht unbedingt leicht, aber es ist auch nicht so schwer wie manche vielleicht denken. Ich bin geoutet, alle wissen über mich bescheid und keiner hat jemals gesagt er hätte Probleme damit. Auch gibt es in meiner Stadt eine Gay-Disco in der ich mich regelmäsig Blicken lasse und immer wieder bekannte Gesichter treffe. Natürlich wäre eine etwas mehr "informative" Sendung auch nicht schlecht, aber solange es überhaupt Leute gibt die sich die Mühe machen so etwas auf die Beine zu stellen, zeigt es doch, das noch nicht Hopfen und Malz verloren ist und jemand der gay ist noch immer zur Gesellschaft dazu gehört (Sorry, das es vielleicht etwas hart klingt. Aber manche haben ja wirklich das Gefühl irgendwie ausgestoßen zu sein).

Das mit Tatu fand ich übrigens nie wirklich schlimm. Natürlich haben sie diesen typischen Männertraum dargestellt (zwei heiße Mädels in Schulunfiorm die sich küssen) aber ehrlich gesagt, fand ich es gut das sie gezeigt haben, auch wenn es vielleicht nicht wirklich deren Überzeugung ist, das man auch als gayer Musiker weit kommen kann. Da fällt mir auch gleich Queen ein, der ja auch einer der ersten Musiker war der sich als schwul geoutet hat. Aber ich denke das Tatu doch zumindest etwas dazu beigetragen hat, das lesben sich nicht mehr verstecken müssen. Zumindest die ganz jungen Mädchen, so ab die 15 Jahre, hat es sicher geholfen.

Das Lesben es schwerer als Schwule haben, glaube ich gar nicht mal so. Zumindest kann ich das nicht von mir behaupten. Ich hab schon öfters mit Frauen in der Öffentlichkeit rumgeknutscht und niemand hat etwas negatives gesagt. Während ich es bei Schwulen schon eher erlebe, das sie dumm von der Seite angemacht werden. Allerdings sind das komischerweise immer Männer die dämliche Sprüche ablassen, sei es nun bei Lesben oder bei Schwulen.
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Beitrag von Manü » Mo 21 Jun, 2004 7:40 pm

Prinzipiell schließe ich mich aber Manüs Meinung an (wenn ich dich denn richtig verstanden hab), dass ich lieber ne knallbunte Reportage habe als gar keine.
jap das hast du. :wink:

um wieder darauf zurückzukommen obs lesben oder schwule einfacher haben. wie diamond schon gesagt hat hab ich auch den eindruck, dass schwule die öffentlich rumknutschen öfter dumm angemacht werden, als lesben (ich hab dafür allerdings null beweis, weil ich noch nie gesehn hab dass jemand angemacht wurde, aber ich leb auch im kaff-saarland wo es eh nur jedes schaltjahr vorkommt dass man mal ein lesbisches/schwules pärchen sieht). allerdings glaub ich dass es schwule mit dem outing leichter haben könnten. jetzt mal im freundeskreis gesehn, und überhaupt bei gleichaltrigen. denn die reaktion auf schwule ist meistens "och wie süß die beiden" etc., wobei ich dann das gefühl hab dass man als lesbisches mädchen da eher dumm von der seite angeguckt wird, und vielleicht sogar schnell als "butch" also sehr männlich abgestempelt wird (eigene erfahrung, omg.). einfach weil die meisten leute mit lesben im allgemeinen nicht so vertraut sind wie mit schwulen.
kann aber auch sein dass ich mich da täusche.
klar gibt es immer die, die schwule als tunten und lesben als politisch überkorrekte männerhasser darstellen, aber von denen wollen wir mal absehn, die werdens wohl nie lernen. :cheesy:
Aber ich denke das Tatu doch zumindest etwas dazu beigetragen hat, das lesben sich nicht mehr verstecken müssen. Zumindest die ganz jungen Mädchen, so ab die 15 Jahre, hat es sicher geholfen.
ich hab irgendwie das gefühl (heisst nicht dass es so ist!) dass Tatu einfach für sowas nicht genug ernstgenommen werden, grade weil deren masche zu offensichtlich ist. und dass eben viele 15jährige mädchen die rauskommen und sagen dass sie lesbisch sind, nicht für voll genommen werden, sondern es nur als sone art teenie-phase abgestempelt wird. (klar, das ist nicht tatus schuld).
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Beitrag von slarti » Mo 21 Jun, 2004 7:45 pm

denke mal, das "Problem", wer denn nun die schwierigere Situation hat, lässt sich recht einfach erklären.
Meinungsführer in unserer Gesellschaft sind halt in erster Linie immer noch die Männer, und naja, dass zwei Frauen die sich küssen attraktiv gefunden werden ist ja hinreichend bekannt, während 2 männer da eher angst erwecken.
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Beitrag von Diamond » Mo 21 Jun, 2004 7:51 pm

@Manü
Ja, das kann durchaus sein. Aber auf der anderen Seite finde ich, sollte man es schon gutheißen das die jüngeren Mädchen sich ein Herz gefasst haben und sich geoutet haben. Auf welchem Hintergrund das nun basiert, ist doch zweitrangig.

@Slarti
Das ist wohl ziemlich das Kernstück des Problems, ja. Ich muss ganz ehrlich sagen, das es bei mir nicht anderes ist. Also nicht das ich zwei Männer die sich küssen angsteinflösend finde, aber wenn es sich vermeiden lässt, schau ich auch nicht hin. Nicht weil ich sie nicht toleriere (wäre ja auch irgendwie doppelmoralisch), sondern weil ich es von der ästhetik her nicht schön finde. Himmel, klingt das Oberflächlich. :ugly:
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Beitrag von Manü » Mo 21 Jun, 2004 7:55 pm

@Manü
Ja, das kann durchaus sein. Aber auf der anderen Seite finde ich, sollte man es schon gutheißen das die jüngeren Mädchen sich ein Herz gefasst haben und sich geoutet haben. Auf welchem Hintergrund das nun basiert, ist doch zweitrangig.
natürlich. allerdings fällts mir einfach schwer zu glauben, dass Tatu der grund für ein ernsthaftes lesben-coming out sind, weil ich glaube dass mädchen die lesbisch sind - auch wenn sie sich noch nicht geoutet haben - tatu nicht als ihr vorbild sehen würden.

aber alles nur spekulation. :-D
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Beitrag von Spike'sKrüml » Di 22 Jun, 2004 11:52 am

Ich fands lustig.Also die "Reportage" auf Mtv.
Und warum sollte so ein Thema auch ernsthaft bei SpiegelTV (*ugly*) behandelt werden?
Es ist nichts ernsthaftes.Es sind zwei (drei...vier...) Menschen die sich mögen/verliebt sind/wasauchimmer miteinander haben.Und dass sollte normal sein.Genauso wie auf MTV TRL sendungen über hintern,brüste und haarstyle kommen.
Ein Thema über dass die Leute reden und je mehr aufmerksamkeit und je presenter das ganze und dadurch auch irgendwie in den "Hausgebrauch" der tv-shows eingeführt wird desto normaler würd es imho für die Leute auch.
Und Selbstironie tut auch nicht wirklich weh.

Bei Tatu muss ich Manü rechtgeben.Ich weiß nicht,aber ich find es eben eher hinderlich wenn zwei tussis auf Lesben machen und dass ganze so durchschaubar und auf kommerz aus ist.Wenn ich mich dann oute singt meine mum dann "all the things she said..." im Hintergrund ,weil sie glaubt ich hätte nen aufmerksamkeitsdrang?
yay!thanks tatu!


is des widersprüchlich.mist.ich glaub des is widersprüchlich.

Oh.und ich find knutschende jungs toll. :ugly:
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Beitrag von Darkstar » Di 22 Jun, 2004 7:58 pm

Oh.und ich find knutschende jungs toll.
Da muss ich dir halt echt mal recht geben *g*.
Weshalb man das jetzt weniger ästhetisch findet als Frau/Frau oder Frau/Mann kapier ich allerdings nit so ganz.
Kommt doch auch auf den Kuss an...? (und generell auf die Beteiligten)
Natürlich darf da jeder seine eigene Meinung haben...
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Beitrag von Spike'sKrüml » Di 22 Jun, 2004 8:04 pm

Darkstar hat geschrieben:
Oh.und ich find knutschende jungs toll.
Da muss ich dir halt echt mal recht geben *g*.
Weshalb man das jetzt weniger ästhetisch findet als Frau/Frau oder Frau/Mann kapier ich allerdings nit so ganz.
Kommt doch auch auf den Kuss an...? (und generell auf die Beteiligten)
Natürlich darf da jeder seine eigene Meinung haben...
jap.find ich auch.Wenn zwei moppls sich knutschen schau ich aber auch nicht mehr hin :-D
Zuletzt geändert von Spike'sKrüml am Di 22 Jun, 2004 8:09 pm, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Palmolive » Di 22 Jun, 2004 8:04 pm

Ich find eigentlich jede Art von Kuss ästhetisch. Jedenfalls wenn es nicht so ein Herumgeschlabbere ist und die Zungen nicht für jeden sichtbar zur Schau gestellt werden. Natürlich macht es mir mehr Spaß einen Kuss zwischen zwei Männern zu beobachten, als einen zwischen Frau/Frau oder Mann/Frau. Aber unästhetisch finde ich normalerweise gar nichts von denen.

Zu der Reportage kann ich eigentlich auch nicht viel sagen, da ich sie nicht gesehen habe. Aber gehört hab ich davon und ich hoffe, dass irgendjemand von euch mir den Termin der Wiederholung mitteilen kann.
Bei uns haben es meiner Meinung nach die Schwulen leichter als Lesben. Jedenfalls kommt es mir hier so vor. Bei einem Kuss zwischen zwei Männern wird nicht viel darüber geredet. Es wird vielleicht kurz gelächelt und gesagt wie süß die sind usw. Bei zwei Frauen kommen gleich dumme Sprüche. So hab ich das jedenfalls bei uns festgestellt.
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Beitrag von riji » Di 22 Jun, 2004 8:59 pm

Wenn ich auch "kurz" was zum Thema sagen kann: Ich finde auch, dass Schwule und Lesben wie alle anderen Menschen behandelt werden sollten. Ich meine, jeder hat eigene Gefühle...manche eben fürs selbe Geschlecht. Ich finde das ok. Als ich erfahren habe, dass mein Bruder auf Männer steht, war ich natürlich sehr geschockt, genauso wie meine Eltern. Ich konnte zuerst damit net wirklich gut umgehen, aber mittlerweile haben wir uns damit abgefunden. Ich denke auch nicht weiter darüber nach, wenn ich ehrlich bin, da es sein Leben ist und ich mich da nicht einmischen sollte!

PS.: Jemand hat hier geschrieben, dass es gar keine Menschen gäbe, die nur ein ein Geschlecht stehen! Ich stehe nur auf Jungs, bin zurzeit wirklich verliebt in meinen Freund und wir beide sind total glücklich miteinander! Ich hab nie etwas für ein Mädchen empfunden...um Gottes Willen!
Ich sage einfach: Jedem das seine! :wink:
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Beitrag von Chiquita » Di 22 Jun, 2004 9:02 pm

Ich war mal in ein Pferd verliebt.
Bin ich hier richtig?
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