Tja - hätt ich wohl besser nicht so aufgepasst - hätte ich nämlich gewusst, dass der einzige Charakter, der mir in den letzten drei Potter-Bänden wirklich gefallen hat, derjenige ist, der ins Gras beissen muss, hätte ich es mir mit dem Lesen vielleicht anders überlegt.
Ich meine - ausgerechnet [spoiler]Sirius Black[/spoiler] - endlich mal ein Char so richtig mit Ecken und Kanten.
Ich muss wirklich sagen - I'm not amused. Musste ich nur einfach mal loswerden.
Was den Rest des Buches betrifft - mir gefiel es ganz gut und es war auch fast durchgehend halbwegs spannend - der vierte Band hatte sich für mich da sehr viel mehr hingezogen. Etwas lahm war allerdings die Auflösung mit Harrys Tante Petunia (da hatte ich mir mehr erhofft - vielleicht ein geheimes Doppelleben oder so
Ausserdem - was diese komische Prophezeihung betrifft - ich glaube die Erklärung die er da abgegeben hat, war im Prinzip ja auch schon überflüssig geworden. Im Prinzip hat der genaue Wortlaut der Prophezeihung für mich nur noch das bestätigt, was ich mir ohnehin schon selbst zusammengereimt hatte. Gewisse Dinge werden wohl über fünf dicke Bücher hinweg etwas zu sehr gedehnt um letztendlich immernoch mysteriös zu bleiben.
Es hat mir auch letztendlich irgendwo eine Aussprache zwischen Harry und Snape gefehlt. Gerade da Snape ja von Dumbledore wirklich komplett entlastet worden ist, wäre dies doch eine gute Voraussetzung gewesen. Auf Dauer ist es nämlich echt langweilig, wenn es seit fünf Jahren immer diese Quereleien zwischen Snape und Harry gibt, die auf sich ja im Grunde auf absolut nichts begründen. Die beiden sind im selben Team - warum reden sie nicht endlich mal Klartext?
Wie gesagt - generell finde ich das Buch sehr gut, wenn nicht gar den besten der bisherigen Bände, allerdings frage ich mich, wie lange das Null-acht-fünfzehn Schema noch aufgehen wird. Harry kommt nach Hogwarts, hat irgendwelche Vorahnungen, spielt Quidditch, wird von widrigen Umständen extrem behindert und fertig gemacht (so dass man irgendwann nur noch Mitleid mit ihm hat) ... aber am Ende kommt dann der grosse Endkampf wo er immer den gleichen Bösewicht mit null besiegen kann.
Eigentlich faszinierend wie die Massen durch ein solch einfaches Strickmuster befriedigt werden.
Als Sahnehäubchen gibt man dem Leser halt noch ein paar minimale neue Informatiönchen, die zum Gesamtbild Voldemort vs. Harry beitragen... aber That's it im Prinzip.
Wenn man gemein wäre könnte man sagen, J.K.Rowling ist sowas wie der britische Dieter Bohlen.
Noch etwas ist mir aber aufgefallen, was mir seit dem vierten Band Kopfschmerzen bereitet...
Im zweiten Band taucht die jugendliche Version von Voldemort auf - er war in seiner Jugendzeit ein Schüler in Hogwarts mit dem Namen Tom Riddle. Den Namen hat er dann umgedreht und zu Voldemort gemacht - soweit so gut.
Aber Voldemort vertritt die Theorie und die Propaganda, dass Mudbloods und Halblinge nicht nach Hogwarts gehören. Er ist ja schliesslich auch der Erbe Slytherins und der war ja auch dafür, dass keine Mudbloods nach Hogwarts gehören. Allerdings gibt Tom Riddle selbst zu, dass er selbst einen Muggle-Vater hat, und daher selbst ein Halbblut ist. Auch im 5. Band wird dies von Harry nochmal erwähnt als er mit den Deatheatern spricht. Allerdings scheinen die von der Sache nichts gewusst zu haben...
Eigentlich ist da doch eine Unlogik drin... oder?
Ist das so ein Fall wie bei Hitler, der das Bild des Ariers erfolgreich als überlegene Rasse propagieren konnte, ohne selbst so zu sein oder auszusehen bzw. ohne selbst Deutscher zu sein?
Ist das eines von diesen komischen Phänomenen?
Aber wie passt dann die Sache mit dem "Erben Slytherins" da rein - Slytherin selbst wusste ja wohl noch nichts von Voldemort, und hat sich als seinen ultimativen Erben doch sicherlich kein Mudblood ausgesucht, wo er sie doch so verachtet. Ist da nur die Sache mit dem Parselmouth ausschlaggebend und die Abstammung konnte so komplett ignoriert werden??
Eine weitere Sache ist mir zu Beginn des vierten Bandes aufgefallen. Da spielt doch eine Szene in einem verlassenen alten Haus, wo der geschwächte Voldemort, seine Schlange und Wormtail sind. Das Haus gehörte früher der Familie Riddle und es wird berichtet, wie vor vierzehn Jahren alle Familienmitglieder (inklusive Tom Riddle) tot aufgefunden wurden. Der Tod war mysteriös, weil man an den Leichen nichts fand, was auf die Todesursache hindeutet. Der Gärtner wurde damals verdächtigt, aber aus Mangel an beweisen wieder freigelassen.
Tom Riddle müsste also Tod sein... und da Riddle = Voldemort ist (wird nämlich im fünften Band bestätigt als Dumbledore Voldemort mit "Tom" anspricht) müsste der auch tot sein.
Wird das noch irgendwann im vierten Band geklärt und ich habs nur vergessen oder wie lässt sich das erklären? Im fünften Band hab ich nämlich keine Erklärung dafür gefunden.





[/center]